Berichte

Nicht im Stich lassen. Sich nicht und andere nicht. Und nicht im Stich gelassen zu werden. Das ist die Mindest-Utopie, ohne die es sich nicht lohnt, Mensch zu sein. (Hilde Domin)

Neue Leitung von WIN

WIN Leitung mit Bürgermeister

Am 25.10. stellten sich die neuen Haupt-Ansprechpartnerinnen von WIN bei Bürgermeister Morgenbesser vor. Es wurde über Vergangenes und Künftiges geplaudert, wobei Herr Morgenbesser uns nicht nur Dank für die bisher geleistete Arbeit aussprach (den wir hiermit an alle Helferinnen und Helfer weitergeben möchten!), sondern auch künftig seine Unterstützung zusicherte.
Danke dafür!

Rückzug von Hans-Peter Müller

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Hans-Peter Müller mit den neuen Leiterinnen von WIN

Unser Mit-Initiator von WIN hat sich entschlossen, nun langsamer zu treten und seine Aufgaben für die Flüchtlingsinitiative in andere Hände zu legen.
Wir sind sehr dankbar, was Hans-Peter in den letzten Jahren für unsere Flüchtlinge, aber auch unseren Ort und unsere Gemeinschaft, geleistet hat!
Gemeinsam mit Claudia Graf hat er unsere Initiative gegründet, hat sich viel Hintergrundwissen angeeignet und war immer darauf bedacht, den hierher geflüchteten Menschen einen guten „Grundstock“ mitzugeben, um in unserer Kultur leben zu können und sich auch wohlzufühlen. Wir dürfen uns auch weiterhin bei Fragen an ihn und Claudia Graf (welche vor einigen Monaten ihr „Amt“ zurücklegte) wenden, worüber wir sehr dankbar sind.

Hier sein Resumee seiner Zeit als Leiter von WIN:

Liebe WIN Gemeinde,

Ich möchte Euch alle auf diesem Wege informieren, dass ich mich entschieden habe, von meinen Funktionen bei WIN zurückzutreten. Diese Entscheidung ist über die letzten Monate herangereift, und beruht auf der Erkenntnis, dass ich lernen muss, konstitutionsbedingt langsamer zu treten. Das heißt auch, die kommende Lebensphase neu zu ordnen und neu zu gestalten.

Am 15. Mai 2015 ist aus dem Gedanken, dass man etwas für die ankommenden Flüchtlinge, die Traiskirchen und die damals bestehende „Ordnung“ überforderten, tun muss, in Breitenfurt das Freiwilligen-Netzwerk WIN entstanden. Mittlerweile ist die Flüchtlingswelle angeschwollen und auch wieder abgeebbt, und die Initiative WIN hat in dieser Zeit ihren Auftrag in jeder Phase hervorragend erfüllt. Es haben sich viele gemeldet, die ein kurzes oder langes, schmales oder breites Stück des Weges mit uns gegangen sind und weiter gehen – ohne den vielen Helfern und Unterstützern aus Gemeinde, Pfarre, Dorfgemeinschaft, bis zu jedem einzelnen Spender wäre das nicht möglich gewesen.

Integration ist ein Langstreckenlauf, mit all den Hindernissen und Unwegsamkeiten, die von außen oder durch menschliche Unzulänglichkeiten entstehen oder unvermittelt auftauchen, aber auch mit all den Möglichkeiten und Erfolgsbeispielen, die Motivation und Bestätigung geben, dass sich der Aufwand lohnt. Ich bin stolz auf den „Corps d’esprit“ der Gruppe, auf jede(n) einzelne(n) WIN-Freiwillige(n), auf jede einzelne Aktivität, die hilft, Asylwerber und Asylberechtigte in die Kultur und Werte unseres Landes einzubinden, von Deutschkursen bis Arbeitsmöglichkeiten, von Unterstützung bei Arzt- und Amtswegen bis Wohnungshilfen – die Liste ist sehr lang!

Es schwingt bei meiner Entscheidung sowohl Wehmut als auch Zuversicht mit, dass WIN für die künftigen Aufgaben sehr gut aufgestellt ist. Die Leitung durch Monika Steidl und Eveline Mayrhofer, als auch alle anderen Aufgaben sind in besten Händen.

Es freut mich, dass diese Initiative, gemeinsam mit Claudia Graf begonnen, eine große Zustimmung in Breitenfurt fand und auch heute ein Projekt darstellt, das über die Grenzen von Breitenfurt Anerkennung gefunden hat. Umso mehr wünsche ich WIN diese Anerkennung und spürbare Unterstützung durch die Breitenfurter Bevölkerung auch in Zukunft.

Ich habe viel gelernt, viele neue Freundschaften gefunden, und auch die Erkenntnis gewonnen, dass es sich lohnt, sich einzusetzen. Ein großes persönliches Dankeschön an alle, die WIN so verbunden sind!

Wieder Deutschkurs-Absolventen in Breitenfurt

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„In den letzten Monaten waren manche Tage sehr anstrengend, aber trotzdem hatten wir gemeinsam Spaß beim Lernen.“

Sharif Alikozai aus Afghanistan ist einer von sechs Flüchtlingen, die soeben einen von WIN durchgeführten Deutschkurs erfolgreich abgeschlossen haben. Die staatlich anerkannten Prüfungen (A2 und B1) wurden ebenfalls in Breitenfurt abgenommen und das positive Ergebnis am 10. April im Rahmen des WIN-Cafés gebührend gefeiert. Sharif sagte in seiner Dankesrede im Namen der Absolventen: „Ganz besonders bedanke ich mich bei unseren engagierten, geduldigen, zuverlässigen, kreativen und flexiblen Lehrerinnen.“

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Integration ist damit getan. Ihm sollen weitere folgen. Sharif: „Es macht uns auch Freude, mit euch weiter zu üben und Neues zu lernen.“
Bericht von Peter Rettinger

Claudia Graf

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Wir möchten alle Freiwillige, Freunde, Förderer und Interessierte von WIN informieren, dass Claudia Graf, Gründungsmitglied und führende Persönlichkeit bei WIN, ihre Tätigkeit für WIN einstellt.

Nach knapp 2 Jahren habe ich die Leitung von WIN zurückgelegt. Es war eine erfüllende, aufregende, verbindende Zeit. Die Ursache ist Überlastung. Da ich zwei andere Jobs habe, einen davon im Flüchtlingsbereich, ist es mir nicht möglich, in diesem Ausmaß wie bisher meine Aufgaben zu erfüllen. Ich konnte für alle Bereiche eine sehr gute Nachfolge finden, so wird ab sofort für die Finanzen Evi Mayrhofer, für die Homepage Monika Steidl, für die interne Kommunikation auch Monika und für den WIN Stammtisch Rania Zahraman Ansprechperson sein. Für die Weiterleitung von Informationen aus dem Flüchtlingsbereich, aktuellen rechtlichen Änderungen usw. bin ich auch weiter gerne bereit. Vielen Dank für euer aller Einsatz und viel Kraft und Freude weiterhin!

Diese Umstellung bedeutet nicht, dass alles wie bisher sein wird. Claudia war eine, wenn nicht DIE, Persönlichkeit innnerhalb WIN, die das Gesicht und das Herz von WIN transportiert hat. Sie war nicht nur federführend in der Gestaltung, Organisation und Durchführung der WIN- Aufgaben, sie war auch die „säkulkare Seelsorge“ für alle Freiwilligen, die ein Ohr und eine Ermutigung, oder auch nur einen Tipp gebraucht haben. Sie war auch sehr effektive Netzwerkerin und einfühlsame Kollegin. Es wird schwer sein, ihre Fußstapfen zu füllen.

Wir wollen uns auch auf diesem Weg für ihre unermüdliche Arbeit bedanken, und sie dafür anerkennen, dass sie WIN zu der Flüchtlingshilfsorganisation gemacht hat, auf die alle Breitenfurter stolz sein können!

 

50.WIN Cafe

Am 21.11.2016 fand in der Dorfgemeinschaft unser 50. WIN Cafe statt! Gerda Simon und ihr Team waren sehr von der großen Besucherzahl überrascht. Auch unser Bürgermeister und andere Gemeinderäte haben uns besucht! Es gab ein „Jubiläumsbuffet“ und die gute, entspannte Stimmung hat viele zum Bleiben veranlasst. 

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Auch Sie sind herzlich in den nächsten Wochen willkommen! Denn nur wo Begegnung stattfindet können wir einander Kennen Lernen! Weitere  Termine

Henri- der Freiwilligenpreis

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„Henri. Der Freiwilligenpreis“ wurde erstmals in Niederösterreich für besonderes Engagement in unterschiedlichsten Kategorien vergeben. Damit wollen das Rote Kreuz Niederösterreich und der Club Niederösterreich soziales Engagement in den Vordergrund stellen und eine neue Anerkennungskultur auf den Weg bringen.

Am 11.10. fand in Tulln die Preisverleihung des Henri statt, bei dem eine kleine Delegation von WIN in Vertretung für alle Helferinnen und Helfer teilnehmen durfte. WIN hat in der Kategorie „Gruppen/Initiativen mit besonderem humanitärem Engagement“ von 46 Einreichungen den zweiten Platz erreicht und durfte bei der Veranstaltung somit eine Urkunde entgegennehmen! Außerdem wurde Wolfgang Ludwig in seiner Funktion als Organisator und Koordinator der Deutschkurse mit ÖSD-Prüfungsabschluss ebenfalls als Einzelperson nominiert und konnte sich über eine Urkunde freuen.

Wir wollen euch allen hiermit zu dieser Anerkennung gratulieren! Ohne die freiwillige Hilfe jeder/s Einzelnen, würden wir gemeinsam nicht soviel erreichen!

Danke insbesondere an Walter Kunz, der mit seiner aussagekräftigen Einreichung unserer Initiative diese Nominierung erst ermöglichte.

Grünes Wanderkino Buffet 26.8.2016

Unser Brötchenstand hat beim Grünen Wanderkino bei herrlichem Sommerwetter Spenden in der Höhe von 507,80€ eingebracht! Herzlichen Dank allen Spendern und Spenderinnen!

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 Sommerschule 2016

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Das Projekt „Sommerschule Breitenfurt 2016“ ist aus der Initiative der Organisation WIN und mit Unterstützung des Bürgermeisters und unserer Volksschuldirektorin entstanden.

Unser Ziel war es, syrischen und irakischen Kindern den Einstieg in unser Schulsystem zu erleichtern und Lerndefizite aufzuarbeiten.

Es wurde unter anderem darauf Wert gelegt, den Kindern das Bilden vollständiger Sätze beizubringen sowie die Rechenkenntnisse an die jeweiligen Vorgaben des österreichischen Schulsystems anzugleichen. Der Unterricht wurde durch spielerische Einlagen, Erzählungen, Tänze und Gesang abgerundet.

Die Kinder hatten in ihren Heimatländern, aufgrund der Flucht, teilweise noch nie (oder kaum) eine Schule besucht und daher entsprechenden Aufholbedarf.

Es war eine große Freude zu sehen mit welcher Begeisterung diese Kinder das Angebot annahmen, sodass sie sogar am Feiertag die Schule besuchen wollten!

Zahlreiche Helfer und Helferinnen waren mit Freude dabei und sorgten nicht nur für das geistige Wohl der Kinder, sondern auch mit Süßigkeiten und Obst für körperliches Wohlbefinden.

Besonderer Dank richtet sich an den Herrn Bürgermeister,  Gemeindevertreterinnen und den Herrn Pfarrer, die uns Räumlichkeiten und andere Ressourcen zur Verfügung stellten.

Das Projekt wurde weiterhin von WIN, OFI und von einer privaten Spenderin unterstützt. Auch an die Sponsoren herzlichen Dank.

Zum Abschluss bekamen die Kinder Zeugnisse und es gab Dankesurkunden für die Helferinnen.

Allgemein wurde unser Projekt so gut angenommen, dass sich alle schon auf das nächste Jahr freuen.

Sportschuhe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

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Zu Schulbeginn machten sich die SchülerInnen der 2HFA der Tourismusschule Bergheidengasse Gedanken, wie man sinnvoll helfen kann.

Schließlich organisierten sie unter der Leitung von Andrea Mazanek  ein aufwendiges Kuchenbuffet für Lehrer und Schüler.
Die Einnahmen von € 400.– wurden Adi Solly im Caritaswohnheim Roshan übergeben.

Mit dem Betrag wurden Hallensportschuhe  für die Jugendlichen gekauft.Bei der Übergabe  wurden erste Kontakte geknüpft und es wird bald ein Wiedersehen im WIN CAFÉ geben.

Großzügige Spende zum Geburtstag!

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Frau Ursula Boehe hat zu ihrem 50. Geburtstag statt Geschenke alle ihre Freunde gebeten, für einen guten Zweck zu spenden. Dabei sind € 1.069 zusammen gekommen. Ihre Mutter, die in Breitenfurt wohnhaft ist, hat ihr von WIN und dem Engagement als Freiwilligenorganisation für Flüchtlinge erzählt. Frau Boehe hat sich entschieden €150  zweckgewidmet für die Summer School Initiative von Christa Walk für Lernmaterialien zur Verfügung zu stellen, der Rest wurde an Hans Peter Müller beim WIN-Cafe am 4. Juli in den Räumlichkeiten der Dorfgemeinschaft überreicht. Vielen herzlichen Dank für diese große Spende, die der Integration unserer  neuen Mitbürger zugute kommt!

Flurreinigung mit großer Beteiligung!

Am 9.4.2016 fand die jährliche Flurreinigung in Breitenfurt statt. Trotz des regnerischen nassen Wetters kamen viele unserer Flüchtlinge um mitzuhelfen, dass unser Ort wieder sauber wird. Denn nur GEMEINSAM können wir viel bewirken. IMG_6987

Der Beginn von WIN

Liebe Breitenfurterinnen und Breitenfurter,

Seit dem 8. September 2015 ist vieles passiert: von einer Handvoll Flüchtlinge, die durch Privatinitiativen bereits vor diesem Tag in Breitenfurt gewohnt haben, sind jetzt 83 Flüchtlinge, in verschiedenen Einrichtungen und Lebenssituationen, in Breitenfurt zu Hause. Im Haus Roshan der Caritas befinden sich 48 Flüchtlinge, davon 12 in zwei Familien, 24 unbegleitete Minderjährige, und 12 begleitete Minderjährige und Erwachsene. Im Haus Ohswald in Breitenfurt West sind 13 Flüchtlinge untergebracht. Beide Einrichtungen beherbergen ausschließlich Flüchtlinge in der Grundversorgung, d.h. sie befinden sich in einem laufenden Asylverfahren.

Daneben sind 19 Flüchtlinge in 4 Familien, und drei Einzelpersonen – in unterschiedlichen Situationen vom „laufendem Asylverfahren“ bis zu „asylberechtigt“ – in Privatquartieren untergebracht. Das Kloster hat sich eine Mutter mit Kind Unterkunft zu gewähren, und zwei Zugänge werden im Rahmen einer Familienzusammenführung in den nächsten Monaten erwartet. Die so berechneten 88 entspricht ziemlich genau den 1,5 % der Bevölkerung, die als Messzahl für alle Gemeinden festgeschrieben wurde. Breitenfurt hat somit seinen Beitrag zur Bewältigung der Flüchtlingssituation erfüllt.

Mit dieser Konstellation von zwei Grundversorgungseinrichtungen und einigen Privatunterkünften können die BreitenfurterInnen sehr zufrieden sein. WIN wird weiterhin Flüchtlinge, die neu nach Breitenfurt kommen – sei es durch Fluktuation in den Grundversorgungseinrichtungen, sei es durch Verfügbarkeit von weiteren Privatquartieren – mit unseren Integrationsaktivitäten unterstützen.

Die bisherigen Prioritäten waren auf die Definition von Aktivitäten fokussiert, die wir als Freiwillige für eine solche Anzahl von Flüchtlingen anbieten wollen und können. Nun verändern sich die Prioritäten auf die Durchführung von Programmen, die sich mit Deutsch, Begegnung, Arbeit und Kulturdialog überschreiben lassen, und die wir systematisch und möglichst kompetent zur Integration einsetzen wollen.

Die ersten Deutschprüfungen für den A1-Level wurden am 23. Januar von allen Teilnehmern erfolgreich abgeschlossen. Im Februar begann der erste A2 Kurs, und es finden ein A1 Kurs für Caritas-Schützlinge, und ein A1 Kurs für eine gemischte Gruppe aus „Caritas“ und „Privat“ statt. Außerdem gibt es einen Alphabetisierungskurs für Flüchtlinge, die die Voraussetzungen für den A1 Kurs  noch nicht aufweisen. WIN hat die Anerkennung ihrer Kurse durch die ÖSD erreicht – ein einmaliger Erfolg!

Die ersten Begegnungstermine der „WIN Cafes“  haben schon in der Pfarre Breitenfurt West bzw. in der Dorfgemeinschaft in Breitenfurt Ost stattgefunden. An diesen regelmäßigen Treffs können sich BreitenfurterInnen einbringen und Flüchtlinge persönlich kennen lernen. Jede Woche ist das Potential zum Deutsch sprechen besser, und die Atmosphäre lockerer.

Es werden immer mehr Freizeitaktivitäten angeboten, die für Flüchtlinge, aber auch für BreitenfurterInnen, die sich einbringen wollen, organisiert werden. Wöchentliche Wanderungen, die Breitenfurter Fairplay-Tage, und Museumsbesuche sind nur einige der Aktivitäten, über die Sie auf unserer Webseite lesen. Alle diese Tätigkeiten sind der Begegnung gewidmet und nehmen eine Menge Zeit und Arbeit der Freiwilligen in Anspruch. Es wäre eine große Belohnung, wenn das Angebot in der größeren Breitenfurter Bevölkerung Anklang findet. Bitte suchen Sie sich eine Aktivität aus, und machen Sie mit!

Die Gemeinde bietet durch den Bauhof für Flüchtlinge in der Grundversorgung sogenannte Remunerantentätigkeiten an. Obwohl die Möglichkeiten limitiert sind, wird der Bauhof in den nächsten Wochen allen (21) Interessierten einen „Schnuppertag“ anbieten, und schauen, wie sich alle mit den Arbeiten (und der Kommunikation!) zurechtfinden. Nach Ende des Winters sollten sich andere Tätigkeiten auftun (z.B. bei gemeinnützigen Vereinen), die Begegnung und sinnvolle Beschäftigungen für Flüchtlinge darstellen.

Arbeit ist grundsätzlich, nach dem Deutschunterricht, die beste Möglichkeit der Integration. Daher fangen wir in den kommenden Wochen an, für die Mitbewohner, die bereits asylberechtigt sind, etwas Deutsch können, und brauchbare Berufserfahrung aufweisen, Arbeit in Betrieben in Breitenfurt zu suchen. Wir wollen auch prüfen, ob der erste Schritt in die Arbeitswelt – der Schwerste – durch Teilzeittätigkeit oder Ausbildungsvolontariat zu gestalten ist. Wir suchen pragmatische und risikoarme Möglichkeiten für Unternehmen in Breitenfurt, Integration zum beidseitigen Nutzen anzubieten. Falls Sie als Unternehmer Interesse haben, darüber zu sprechen, bitte melden Sie sich!

Bei allen Flüchtlingen ist erkennbar, dass sie sich in einem völlig neuen Umfeld befinden. Nicht nur die Uhren laufen anders, auch vieles in unserem Selbstverständnis und in der Begegnung ist anders.

Damit wir uns darüber verständigen können, werden wir sogenannte Kulturdialoge einrichten. Wenn Sie der Kontext dieser Dialoge interessiert, sehen Sie sich „Grundregeln des Zusammenlebens in Österreich“ auf unserer Webseite unter Wissenswertes an.

Wir haben im Jahre 2015 Spenden in Höhe von € 12.048  erhalten. Wir möchten allen SpenderInnen hier ein herzliches Dankeschön aussprechen! Außerdem haben wir im Zuge der Buffets, des Weihnachtsmarktes und anderen Aktionen Spenden in Höhe von € 1327 einnehmen können.

Spendengelder wollen wir in diesem Jahr für folgende Aktivitäten vorzugsweise verwenden:

  1. Unterstützung von erforderlichen baulichen Maßnahmen, und Inventar, für zur Verfügung gestellten Wohnraum, sofern der/die Vermieter diese Kosten (auch auf Grund der niedrigen oder fehlenden Mieteinnahmen, die meisten verlangen nur BK) nicht selbst tragen können
  2. Deutschunterricht: durch Bezahlung der Bücher oder anderer erforderlichen Hilfsmittel des Unterrichts, und der Prüfungskosten, für Flüchtlinge in der Grundversorgung
  1. Übernahme von vertretbaren Kosten des Kindergarten-, Schul- und Hortbesuchs, für Kinder in der Grundversorgung, z.B. Hortessen, Bastelbeitrag, Sportbekleidung für Turnen usw.
  1. Mobilitätskosten: 10 Fahrscheine/Monat für erwachsene Flüchtlinge, um sich regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmittel zu bewegen, und am öffentliche Leben teil zu nehmen

Wir haben uns kürzlich auch die Frage gestellt, welche weitere Unterstützung jetzt von Freiwilligen sehr hilfreich wäre. Das Ergebnis ist: mehr individualisierte Hilfe! Ob für Kinder eine Schul- und Lern-betreuung, oder für Jugendliche eine (gleichaltrige) Begleitung, oder für privat untergebrachte Familien Hilfe bei Behördengängen und Paragrafenwälder – es lässt sich noch vieles unterstützen und mithilfe von Einzelpersonen verbessern. Falls Sie etwas Zeit und Freude an der Begegnung und am Helfen haben, melden Sie sich bei Monika Steidl: winbreitenfurtintern@gmx.at

Integration ist Arbeit und Verpflichtung, von beiden Seiten. Sie bedeutet aber auch Freude und Erfolg für alle, die sich daran beteiligen oder auch eine punktuelle Unterstützung und Ermutigung mit auf den Weg geben.

 

Sprache öffnet Wege 

Wolfgang Ludwig, unserem Koordinator für Deutschunterricht, ist es gelungen, die ÖSD Lizenzierung für WIN zu erlangen. Das bedeutet, dass wir berechtigt sind, nach dem Europäischen Referenzrahmen standardisierte und international anerkannte Sprachprüfungen in den Niveaustufen A und B vor Ort durchzuführen. Wir werden ab 1.1. den Status eines Prüfungszentrums (ausschließlich für eigene Kandidaten) haben, wodurch Wolfgang nun mit einem zweiten ÖSD zertifizierten Prüfer schon im Jänner die ersten „A1″ Prüfung abhalten kann.

Sprachprüfungen verleihen in Österreich (und D, CH) generell verschiedene Berechtigungen, z.B.
A1: Aufenthalt und Nachzug von Familienangehörigen
A2: dauerhafte Niederlassung
B1: Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft (nach gesetzlich vorgeschriebener Wartezeit)
B2: Studienberechtigung an Universitäten für ausländische Hörer 

Die Stufe A1 überprüft auf elementarer Stufe vertraute Situationen des Alltagslebens. A2 überprüft auf elementarer Ebene die Fähigkeit sich in Situationen des Alltags- und Berufslebens zu verständigen und stellt somit ein Mindesterfordernis für den Arbeitsmarkt dar.  

Wir werden unseren Studenten zunächst A1-Kurse und Prüfungen und bei Bedarf und nach personellen Möglichkeiten auf Wunsch A2 anbieten. 

Wir sind unseres Wissens nach die einzige private Initiative, die diese standardisierten Deutsch-Kurse samt ÖSD Abschlussprüfungen vor Ort anbieten kann. Eine große Anerkennung für die Arbeit von Wolfgang und sein Deutschteam! 

Danke allen für ihre Hilfsbereitschaft und ihr Engagement!
Gemeinsam können wir vieles schaffen. 

Euer WIN-Team
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„Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“ (Wilhelm von Humboldt)

 

WIN-Breitenfurt ist ein gemeinsames Projekt von Freiwilligen, die bereit sind in ihrer Freizeit Flüchtlinge bei der Integration in Breitenfurt zu unterstützen. Neben einer Kerngruppe, die sich um Organisation, Koordination und Kommunikation innerhalb von Breitenfurt und mit  den externen, kompetenten Partnern wie Diakonie, Caritas, usw. kümmert, gehört ebenso wichtig eine größere Gruppe von HelferInnen dazu, welche die vielfältigen Aufgaben des Alltags, wie Sprachunterricht, Familienbegleitung, Integration innerhalb der Gemeinde wie Schule, Sport, und Arbeit, abdeckt .

Die Gemeinde Breitenfurt wurde von uns genau informiert und unterstützt dieses Projekt. Wir laden alle Mitbürger ein, die auf ihre Weise zu dieser Aufgabe beitragen möchten: durch Zurverfügungstellen oder Vermietung von Wohnraum, durch Sach- oder Geldspenden für den Wohnraum oder den wichtigsten persönlichen Bedarf, durch die Bereitschaft, Zeit für diese neuen Mitbürger aufzubringen, damit sie sich schnell in ein ganz neues Umfeld integrieren können. Wir arbeiten alle ehrenamtlich in unserer Freizeit.

Wir sind unabhängig und privat organisiert und respektieren jeden Menschen als Ganzes, gleich welcher Herkunft, Religion und Weltanschauung. Wir wollen in erster Linie Menschen helfen, die aus ihrem Land geflüchtet sind, weil Gefahr für ihr Leben in einem Krisengebiet bestand und weiter besteht. Wem Asyl gewährt wird, entscheidet das Bundesministerium für Inneres.